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Detlef Träbert am MBW
Mit Motivation und Selbstdisziplin zum Schulerfolg

Am 24. November 2011 war der Schulberater und Buchautor Detlef Träbert bei uns am MBW zu Gast. Schulleiter Robert Wolz begrüßte die Gäste. „Also lautet ein Beschluß, daß der Mensch was lernen muß“, schrieb schon Wilhelm Busch in seinem Werk „Max und Moritz“. Theoretisch gesehen ein einleuchtender Satz, der aber von vielen Jugendlichen nicht gerne befolgt wird. Wie kann die Motivation der Schüler gesteigert werden, damit sie begeistert dem Unterricht folgen, mitarbeiten und somit freiwillig lernen? Zur Beantwortung dieser Frage war der Diplom-Pädagoge Detlef Träbert, der auch zahlreiche Bücher zu diesem Thema veröffentlicht hat, eingeladen. Interessiert lauschten die rund 200 Anwesenden dem ehemaligen Lehrer.

Träbert war 18 Jahre lang Lehrer und davon 15 Jahre Beratungslehrer. Seit 1996 hat er sich völlig der Schulberatung gewidmet. Sein Schulberatungsservice wird mit „Schubs“ abgekürzt. „Schubs ist nicht nur Abkürzung, Schubs ist auch Programm.“ Er will den Schülern und Schülerinnen vermitteln, dass Schule Freude macht und eine Chance zur Entfaltung bildet. „Motivation ist ein gefragtes Thema, sowohl von Eltern wie auch von Lehrern.“ Typisch sei heute ein negatives Bild der Jugend, nämlich dass unsere Jugendlichen immer fauler werden und die schlimmsten seien, die es jemals gab. Allerdings kann man diese Aussage nicht so stehen lassen, da bereits Sokrates die Jugend seiner Zeit als faul und unverschämt bezeichnete.

„Damit aus Wissen Bildung wird, muss man es selbst noch verarbeiten“, sagt der Schulberater und erklärt den Begriff „Leistungsmotivation“. Viele Schüler und Schülerinnen beklagen zu wenig Freizeit und den enormen Schulstress. Deshalb muss für die Jugendlichen ein menschliches Klima in der Schule geschaffen werden, in dem sie sich wohlfühlen sollen. Das ist ein wichtiger Punkt, der Motivation erleichtert. Der Antrieb, etwas zu lernen, ist angeboren. Besonders im Vorschulalter sind Kinder sehr eifrig, neue Erfahrungen zu machen. Auch an einer Aufgabe zu scheitern gehört dazu. Nur so kann man Frustrationstoleranz entwickeln, die nötig ist, um später Misserfolge gut zu bewältigen und mit neuer Motivation auf die nächste Aufgabe zuzugehen. Der Mensch braucht eine gewisse Erfolgszuversicht und Hoffnung auf Erfolg um motiviert zu sein. Ist diese Leistungsmotivation bei Jugendlichen nicht vorhanden, kommt es zu Trödel, Aufschub des Lernens und nur halbherzigem Vorbereiten auf den nächsten Schultag. Als Konsequenz erlebt der Schüler einen weiteren Misserfolg und es kommt zu einem Teufelskreis, da die Motivation immer mehr nachlässt. Hier können Erwachsene beim Aufbau positiver Motivation helfen, indem sie die Jugendlichen ermutigen und anspornen.

Es gibt verschiedene Gründe für (Miss-)Erfolge: Gründe, die man selbst beeinflussen kann oder Gründe, die von außen verursacht werden.  Manche von ihnen sind unveränderlich, wie zum Beispiel Begabungen und andere sind veränderlich wie Anstrengung. Sich anzustrengen liegt in der eigenen Hand. „Die Lehrer können den Schülern zwar das Schlüsselloch zeigen, den Weg ins Schlüsselloch müssen die Schüler selbst finden!“, erklärt Träbert das notwendige Vorgehen. Lehrer müssen versuchen, Begeisterung zu vermitteln und die Schüler entscheiden selbst, was sie daraus machen. Allerdings werden die Schüler oft vom „Null Bock“-Gefühl abgehalten. Dieses kann  unter anderem an Selbstwert-Problemen, an persönlichen Konflikten mit Eltern oder Lehrern oder an Vergleichen mit Mitschülern oder Geschwistern liegen. Die Frage, die sich jetzt viele stellen werden: Wie kann man etwas ändern, das Leistungsmotiv fördern? Jugendliche brauchen eine gewisse Regelmäßigkeit, also einen festen Arbeitsplatz und eine feste Arbeitszeit. Strukturierte Wochenpläne können hierbei eine gute Methode sein. Insgesamt muss die Arbeitssituation  angenehm gestaltet werden und auch Pausen beinhalten. Abwechslungsreiche Übungen, Bewegung beim Lernen oder auch der Einsatz von (Selbst-)Belohnungen wirkt positiv auf die Jugendlichen. Außerdem motiviert emotional positive Zuwendung, also positive Reaktionen der Eltern. Fehler sollten gelassen gesehen werden. Der Referent wies darauf hin, dass Fehler Helfer im Lernprozess seien. „In beiden Wörtern stecken sogar die gleichen Buchstaben.“ Ein Tipp vom Schulberater ist auch das Lernen in der Gruppe. Wenn sich Schüler wirklich bemühen und optimistisch bleiben, lassen Erfolge nicht lange auf sich warten. Eine gute Vorbereitung bereitet ein gutes Gefühl.

Ein Geheimtipp von Träbert: Motivationssprüche für das Mäppchen wirken Wunder. Bei „Manche träumen vom Erfolg. Ich bin wach und arbeite daran!“ spüren viele einen Ansporn. Und wie überwindet man jetzt den inneren Schweinehund und ändert etwas an der Motivations- und Lerntaktik? „So einen Schweinehund kann man dressieren.“ Das bedeutet also, wenn man wirklich etwas ändern will, schafft man das auch.

Am Ende des Vortrags war der gesamte Saal von dem anschaulichen Vortrag begeistert.

 28.11.11 - Alina Nöth, Q12
veröffentlicht in der Main-Post am 29.11.2011
 

 
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